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Verhütung ohne Mythen: Der Männer-Guide zu 20 Verhütungsmethoden, den jeder kennen sollte

Verhütung ist ein Thema, an das viele Männer erst wenige Sekunden vor dem Sex denken. Manche verlassen sich ausschließlich auf das Kondom, andere sind überzeugt: „Das ist ihre Verantwortung.“ Und einige glauben noch immer an Mythen wie „Der Coitus interruptus funktioniert fast immer“.

Verhütung ist ein Thema, an das viele Männer erst wenige Sekunden vor dem Sex denken. Manche verlassen sich ausschließlich auf das Kondom, andere sind überzeugt: „Das ist ihre Verantwortung.“ Und einige glauben noch immer an Mythen wie „Der Coitus interruptus funktioniert fast immer“.

Die moderne Medizin bietet jedoch zahlreiche Möglichkeiten, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Eine Universallösung gibt es allerdings nicht: Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile, ihre Zuverlässigkeit und ihre Besonderheiten in der Anwendung.

Hier kommt ein ehrlicher Männer-Guide, der erklärt, was wirklich funktioniert – und was lediglich ein falsches Gefühl von Sicherheit vermittelt.

Woran erkennt man, wie zuverlässig eine Methode ist?

Ärztinnen und Ärzte bewerten die Wirksamkeit von Verhütungsmethoden mit dem sogenannten Pearl-Index. Er zeigt, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung einer bestimmten Methode schwanger werden.

Dabei unterscheidet man zwischen:

Perfekter Anwendung – die Methode wird fehlerfrei genutzt.
Typischer Anwendung – so, wie sie im Alltag tatsächlich verwendet wird.

Gerade der zweite Wert ist entscheidend. Denn selbst die sicherste Methode kann versagen, wenn sie falsch angewendet wird.

Das Kondom: Der Klassiker bleibt die wichtigste Wahl für Männer

Für die meisten Männer ist das Kondom die erste und bekannteste Form der Verhütung.

Warum ist es eine gute Wahl?

  • Es schützt nicht nur vor einer Schwangerschaft, sondern auch vor den meisten sexuell übertragbaren Infektionen.
  • Es ist nahezu überall erhältlich.
  • Es enthält keine Hormone.
  • Es hat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Was kann schiefgehen?
Der häufigste Grund für ein Versagen ist die falsche Anwendung.

Typische Fehler:

  • die falsche Größe wählen;
  • die Verpackung mit scharfen Gegenständen öffnen;
  • das Kondom erst nach Beginn des Geschlechtsverkehrs überziehen;
  • ein Kondom mehrfach verwenden oder falsch lagern.

Richtig angewendet gehört das Kondom weiterhin zu den zuverlässigsten Barrieremethoden.

Gibt es ein Kondom für Frauen?

Ja. Das Femidom funktioniert nach demselben Prinzip, wird jedoch in die Vagina eingeführt.

Vorteile:

Es schützt ebenfalls vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Es kann eine Alternative bei einer Latexallergie sein.

Nachteile:

Es ist schwerer erhältlich.
Für die richtige Anwendung braucht es etwas Übung.

Hormonelle Verhütung: Was Männer darüber wissen sollten

Die meisten hormonellen Verhütungsmethoden werden von Frauen genutzt.

Ihr Hauptziel ist es, den Eisprung zu verhindern oder Bedingungen zu schaffen, unter denen Spermien die Eizelle nicht erreichen können.

Dazu gehören:

  • die Antibabypille;
  • der Vaginalring;
  • das Verhütungspflaster;
  • das Hormonimplantat;
  • Hormoninjektionen.

Für Männer ist wichtig: Diese Methoden sind sehr wirksam gegen eine Schwangerschaft, schützen aber nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Die Pille: Sehr wirksam, aber nur mit Disziplin

Orale Verhütungsmittel wirken nur zuverlässig, wenn sie regelmäßig eingenommen werden.

Vorteile
sehr hohe Wirksamkeit;
kein Nachdenken über Verhütung bei jedem Geschlechtsverkehr;
kann Menstruationsbeschwerden lindern.

Nachteile
tägliche Einnahme erforderlich;
mögliche Nebenwirkungen;
einige Medikamente können die Wirksamkeit verringern.

Vaginalring und Pflaster: Weniger Aufwand, mehr Komfort

Der Vaginalring wird alle drei Wochen eingesetzt.

Das Pflaster wird einmal pro Woche gewechselt.

Diese Methoden eignen sich für Frauen, die nicht jeden Tag an eine Tablette denken möchten.

Auch sie sind hormonell und bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Das Implantat: Eine der sichersten Methoden weltweit

Ein kleiner flexibler Stab wird vom Arzt unter die Haut des Oberarms eingesetzt.

Er schützt mehrere Jahre lang, ohne dass täglich daran gedacht werden muss.

Vorteile
extrem geringe Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft;
keine tägliche Kontrolle notwendig;
die Fruchtbarkeit kehrt nach der Entfernung zurück.

Nachteile
Einsetzen und Entfernen nur durch medizinisches Fachpersonal;
mögliche Veränderungen des Menstruationszyklus und andere Nebenwirkungen.

Injektionen: Mehrere Monate Schutz mit einer Spritze

Hormoninjektionen wirken je nach Präparat mehrere Wochen oder Monate.

Praktisch ist das allemal. Allerdings kann es nach dem Absetzen eine Weile dauern, bis die Fruchtbarkeit wieder vollständig zurückkehrt.

Die Spirale: Nicht nur für Frauen mit Kindern

Um die Spirale ranken sich viele Mythen.

Tatsächlich können moderne Intrauterinsysteme auch von Frauen genutzt werden, die noch keine Kinder bekommen haben.

Es gibt zwei Hauptarten.

Kupferspirale
Sie enthält keine Hormone.

Kupferionen beeinträchtigen die Beweglichkeit der Spermien und verhindern die Befruchtung.

Hormonspirale
Sie gibt lokal eine geringe Menge eines Hormons ab.

Zusätzlich wird sie häufig eingesetzt, um starke Monatsblutungen zu reduzieren.

Beide Varianten dürfen nur von einer Ärztin oder einem Arzt eingesetzt werden.

Die Pille danach ist keine Lösung „für alle Fälle“

Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr kann eine Notfallverhütung eingesetzt werden.

Wichtig zu wissen:

Sie beendet keine bestehende Schwangerschaft.
Sie wirkt nur nach ungeschütztem Sex.
Am wirksamsten ist sie, wenn sie möglichst früh eingenommen wird.

Sie ersetzt keine regelmäßige Verhütung.

Spermizide: Warum sie allein nicht ausreichen

Spermizide gibt es als Creme, Gel, Zäpfchen oder Schaum.

Sie verringern die Beweglichkeit der Spermien und erschweren eine Befruchtung.

Allein gelten sie jedoch als nicht ausreichend zuverlässig.

Am besten werden sie zusammen mit Barrieremethoden verwendet.

Diaphragma und Portiokappe

Diese Hilfsmittel bedecken den Muttermund und bilden eine mechanische Barriere gegen Spermien.

Sie sind wiederverwendbar.

Allerdings müssen sie korrekt eingesetzt werden und werden häufig mit Spermiziden kombiniert.

Der Verhütungsschwamm: Die fast unbekannte Methode

Der Verhütungsschwamm enthält Spermizide und wirkt gleichzeitig als Barriere.

In einigen Ländern ist er verbreitet, in anderen kaum erhältlich.

Seine Wirksamkeit ist geringer als die vieler moderner Verhütungsmethoden.

Wie steht es um hormonelle Verhütung für Männer?

Eine Nachricht, die viele Männer interessieren dürfte: Daran wird intensiv geforscht.

Getestet werden derzeit:

Tabletten;
Gele;
Implantate.

Das Ziel ist, die Spermienproduktion vorübergehend zu unterdrücken, ohne die Fruchtbarkeit dauerhaft zu beeinträchtigen.

Bislang sind diese Methoden jedoch noch nicht allgemein verfügbar.

Die Methode, die bis heute überschätzt wird

Der Coitus interruptus gehört weiterhin zu den häufigsten Verhütungsmethoden junger Paare.

Gleichzeitig ist er eine der riskantesten.

Die Gründe liegen auf der Hand:

Spermien können bereits vor der Ejakulation vorhanden sein.
Die Methode erfordert absolute Selbstkontrolle.
Der menschliche Faktor macht sie unzuverlässig.

Als dauerhafte Verhütungsmethode gilt sie nicht als sicher.

Kann man Methoden kombinieren?

Ja – und genau das empfehlen Ärztinnen und Ärzte häufig.

Zum Beispiel:

Kondom plus hormonelle Verhütung;
Kondom plus Spirale;
Kondom plus Spermizid.

Der doppelte Schutz senkt nicht nur das Risiko einer Schwangerschaft, sondern schützt gleichzeitig besser vor sexuell übertragbaren Infektionen.

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