Du rauchst nicht, isst kaum Fast Food und gehst sogar regelmäßig ins Fitnessstudio – und trotzdem tust du Tag für Tag Dinge, die dir überhaupt nicht dabei helfen, jung zu bleiben.
Altern beginnt nicht an einem bestimmten Morgen, an dem du plötzlich eine neue Falte im Spiegel entdeckst. Viel häufiger setzt es sich aus unzähligen Kleinigkeiten zusammen: chronischer Schlafmangel, endloses Scrollen, zu wenig Bewegung, permanenter Stress und ein Leben nach dem Motto „Ich ruhe mich irgendwann später aus“.
Und das Tückische daran: Viele dieser Gewohnheiten wirken völlig normal.
Wir nehmen 12 alltägliche Verhaltensweisen unter die Lupe, die du überdenken solltest, wenn du möglichst lange energiegeladen, stark und geistig wach bleiben möchtest.
Du hast vergessen, dass es überhaupt Wochenenden gibt
Sieben Tage die Woche zu arbeiten kann wie ein Zeichen von Ehrgeiz wirken.
Deinem Körper ist dein Plan, die Welt zu erobern, allerdings ziemlich egal. Er braucht Erholung.
Ständige Arbeit ohne ausreichende Pausen kann den Stresspegel hochhalten, den Schlaf verschlechtern, das Risiko für emotionales Ausbrennen erhöhen und dir schlicht die Zeit für ein Leben außerhalb der Arbeit nehmen.
Deshalb ist Erholung keine Belohnung dafür, dass du endlich alles erledigt hast.
Erholung gehört zu einem gesunden Alltag.
Schon ein einziger Tag ohne Arbeitschats, Deadlines und das endlose „Ich muss noch“ kann manchmal wertvoller sein als eine weitere Stunde Produktivität.
Du trinkst Wasser erst, wenn du schon extrem durstig bist
Der Körper verliert ständig Wasser, und eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr kann Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und andere unangenehme Symptome verursachen.
Besonders leicht vergisst man das Trinken, wenn man den ganzen Tag vor dem Computer sitzt.
Du musst Wasser weder zum Kult erklären noch dich dazu zwingen, riesige Mengen zu trinken. Viel einfacher ist es, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu einem festen Bestandteil deines Tages zu machen: Wasser griffbereit halten, regelmäßig trinken und auf dein Durstgefühl und die Bedürfnisse deines Körpers achten.
Die Vorstellung, dass ein Glas Wasser mit Zitrone und Meersalz jeden Morgen ein universelles „Elixier der Jugend“ sei, ist dagegen deutlich übertrieben.
Deine Kopfhörer sind zu deinem zweiten Schädel geworden
Du arbeitest mit Kopfhörern. Du fährst mit Kopfhörern. Du gehst draußen spazieren – wieder mit Kopfhörern.
Kopfhörer machen dich nicht automatisch älter. Problematisch wird es, wenn du regelmäßig über längere Zeit Musik mit hoher Lautstärke hörst.
Das kann dein Gehör schädigen und Ohrgeräusche beziehungsweise Tinnitus begünstigen.
Und es gibt noch einen weiteren Punkt: Wenn du stundenlang mit gesenktem Kopf auf einen Bildschirm schaust, liegt das Problem nicht mehr bei den Kopfhörern, sondern bei deiner Körperhaltung. Ein verspannter Nacken, Bewegungsmangel und stundenlanges Sitzen werden dir kaum mehr Energie verleihen.
Die Regel ist deshalb simpel: moderate Lautstärke, regelmäßige Pausen und eine vernünftige Körperhaltung.
Du hältst Krafttraining für eine Beschäftigung von Bodybuildern
Nach 30 sind Muskeln nicht mehr nur dafür da, im Spiegel besser auszusehen.
Krafttraining hilft dabei, Muskelmasse, Kraft, Funktionalität und Knochengesundheit zu erhalten. Regelmäßige körperliche Aktivität steht insgesamt mit einem geringeren Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen in Verbindung.
Und du brauchst dafür keineswegs einen Fünf-Tage-Split mit zwei Stunden Training im Fitnessstudio pro Tag.
Kniebeugen, Liegestütze, Klimmzüge, Übungen mit Kurzhanteln oder Training an Geräten sind bereits ein guter Anfang.
Muskeln sind nicht nur eine Frage der Ästhetik. Sie sind deine körperliche Reserve für die Zukunft.
Du lebst so, als wäre Stress dein Beruf
Das Problem ist nicht, dass du manchmal nervös bist.
Problematisch wird es, wenn dein Nervensystem praktisch nie das Signal bekommt: „Alles ist in Ordnung, die Gefahr ist vorbei.“
Chronischer Stress steht mit Schlafstörungen, einem erhöhten Risiko für Angstzustände und depressive Verstimmungen sowie einer ganzen Reihe körperlicher Probleme in Verbindung.
Dafür musst du allerdings keineswegs zum Meditationsprofi werden.
Manchmal reicht es schon, regelmäßig spazieren zu gehen, ausreichend zu schlafen, Sport zu treiben, Zeit mit Freunden zu verbringen und das Handy zumindest für ein paar Minuten am Tag wegzulegen.
Auch dein Gehirn hat ein Recht auf Flugmodus.
Du putzt morgens die Zähne, aber abends „vergisst du es irgendwie“
Das ist eine kleine Gewohnheit mit ziemlich langfristigen Folgen.
Eine unzureichende Mundhygiene erhöht das Risiko für Karies und Zahnfleischerkrankungen. Chronische Entzündungen des Zahnfleisches stehen zudem mit weiteren gesundheitlichen Problemen in Verbindung.
Deshalb ist Zähneputzen am Abend kein kosmetisches Ritual vor dem Schlafengehen.
Es ist grundlegende Hygiene und dauert nur wenige Minuten.
Wenn du also 20 Minuten dafür aufbringen kannst, eine Serie für den Abend auszuwählen, findest du auch zwei Minuten für deine Zahnbürste.
Du checkst dein Handy noch, bevor du überhaupt die Augen geöffnet hast
Aufgewacht.
Nachrichten.
E-Mails.
News.
Social Media.
Noch ein Tab.
Noch eine Benachrichtigung.
Und schon hat dein Gehirn Dutzende fremde Probleme verarbeitet, bevor du überhaupt weißt, welcher Tag heute ist.
Ständige digitale Reize können Konzentration und Erholung beeinträchtigen. Die Nutzung von Bildschirmen vor dem Schlafengehen kann zudem die Schlafqualität verschlechtern.
Versuche deshalb, dein Handy gelegentlich beiseitezulegen.
Nicht für immer. Einfach für eine Weile.
Die Welt geht nicht unter, wenn du eine Stunde lang keine Nachrichten checkst.
Du hast Negativität zu deinem Lebensstil gemacht
Es gibt Menschen, für die jede Nachricht ein Anlass ist zu verkünden, dass alles den Bach runtergeht.
Das Wetter ist schrecklich. Die Arbeit ist ein Albtraum. Die Menschen sind dumm. Es gibt keine Zukunft.
Der ständige Konsum negativer Inhalte und die Gewohnheit, schlechte Szenarien unaufhörlich im Kopf durchzuspielen, können chronischen Stress fördern und das psychische Wohlbefinden beeinträchtigen.
Du musst deshalb nicht mit einem dämlichen Dauergrinsen herumlaufen und so tun, als wäre alles perfekt.
Gesunder Optimismus bedeutet nicht, Probleme zu leugnen.
Er bedeutet, ein Problem zu erkennen und dich gleichzeitig zu fragen: „Was kann ich dagegen tun?“
Du hast keinen einzigen Plan, auf den du dich wirklich freust
Erinnerst du dich an dieses Gefühl, wenn es noch zwei Wochen bis zum Urlaub waren?
Du bist morgens aufgewacht und wusstest: Vor dir liegt etwas Schönes.
Das Erwachsenenleben kann dieses Gefühl manchmal zerstören und nur noch Arbeit, Rechnungen und To-do-Listen übrig lassen.
Aber dein Gehirn braucht mehr als nur Pflichten.
Ein Treffen mit Freunden, eine Reise, ein Konzert, eine Wanderung in den Bergen, ein neuer Kurs oder sogar ein Abendessen im Restaurant am nächsten Samstag – all das schafft zukünftige Momente, auf die man sich freuen kann.
Pläne erinnern dich daran, dass die Zukunft nicht nur aus Deadlines besteht.
Dein Gehirn hat schon lange keine schwierige Aufgabe mehr bekommen
Wenn du jeden Tag dasselbe machst, bekommt dein Gehirn nur wenige neue Herausforderungen.
Deshalb solltest du nicht warten, bis dein Gedächtnis dich irgendwann im Stich lässt.
Lerne eine Sprache. Spiele ein Musikinstrument. Lies anspruchsvolle Bücher. Beschäftige dich mit neuen Technologien. Lerne zu kochen. Spiele Strategiespiele.
Was du dir aussuchst, ist nicht entscheidend.
Wichtig ist, dass dein Gehirn gelegentlich ehrlich sagen muss:
„Verdammt, das kann ich noch nicht.“
Lebenslanges Lernen trägt dazu bei, die kognitive Gesundheit zu erhalten und die Fähigkeit zu bewahren, sich an Neues anzupassen.
Du kommunizierst mit Menschen hauptsächlich über Memes
Du kannst Hunderte von Kontakten im Handy haben und trotzdem kaum jemanden, mit dem du dich wirklich unterhalten kannst.
Soziale Isolation und Einsamkeit stehen mit schlechteren körperlichen und psychischen Gesundheitswerten in Verbindung.
Und dafür musst du nicht sofort zum Mittelpunkt jeder Gesellschaft werden.
Ruf einen alten Freund an.
Lade jemanden auf einen Kaffee ein.
Geht gemeinsam ins Fitnessstudio.
Organisiere ein Abendessen.
Lerne Menschen außerhalb deines Arbeitsumfelds kennen.
Gute Beziehungen sind eine der besten Investitionen in ein langes und erfülltes Leben.
Du sitzt so viel, dass dein Stuhl dich inzwischen für einen Teil der Einrichtung hält
Büro.
Auto.
Stuhl.
Sofa.
Bett.
Manchmal scheint es, als würde ein moderner Mensch an einem Tag weniger Schritte machen als ein durchschnittlicher Hund.
Langes Sitzen und ein niedriger Grad an körperlicher Aktivität stehen mit schlechteren Gesundheitswerten in Verbindung.
Die Lösung muss allerdings nicht darin bestehen, plötzlich einen Marathon laufen zu wollen.
Steh während des Arbeitstages regelmäßig auf. Geh zu Fuß. Nimm die Treppe. Mach kurze Pausen. Geh nach dem Essen spazieren.
Bewegung über den Tag hinweg zählt – auch dann, wenn du regelmäßig trainierst.
Jugend ist nicht nur eine Zahl im Ausweis. Es geht auch darum, wie gut du dich erholen, bewegen, denken und das Leben genießen kannst.

