Als Kind träumte fast jeder Junge davon, ein Superheld zu sein. Jeden Gegner zu besiegen, niemals müde zu werden, immer die richtige Entscheidung zu treffen und niemals zu verlieren.
Das Erwachsenenleben macht einem jedoch schnell klar, dass niemand einen Umhang verteilt, Superkräfte nicht zum Arbeitsvertrag gehören und die Rechnungen ganz normale Menschen bezahlen.
Doch bei manchen verschwindet dieser Kindheitstraum nie. Er nimmt lediglich eine andere Form an.
So entsteht Perfektionismus.
Auf den ersten Blick wirkt er wie eine Tugend. Du bist verantwortungsbewusst, ordentlich, diszipliniert und gibst immer dein Bestes. Doch es gibt eine feine Grenze, ab der der Wunsch, alles perfekt zu machen, zu einer echten Falle wird.
Wenn sich jeder Fehler wie eine Katastrophe anfühlt, jede Entscheidung zehnmal überprüft werden muss und selbst Erholung Schuldgefühle auslöst, ist das kein Weg zum Erfolg mehr. Es ist ein Leben im endlosen Wettlauf mit sich selbst.
Hier sind 15 Anzeichen dafür, dass dein innerer Kritiker längst das Steuer übernommen hat.
Du setzt dir Ziele, die unmöglich zu erreichen sind
Für dich gibt es kein „gut genug“.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder perfekt oder ein kompletter Misserfolg.
Selbst wenn das Ergebnis hervorragend ist, findet dein Gehirn garantiert ein kleines Detail, um die gesamte geleistete Arbeit abzuwerten.
Um Hilfe zu bitten, fühlt sich für dich wie Schwäche an
„Ich schaffe das allein.“
Das ist einer der Lieblingssätze von Perfektionisten.
Du bist überzeugt, dass du alles schneller, besser und richtiger erledigen kannst als andere. Deshalb überlastest du dich ständig und übernimmst mehr Verantwortung, als nötig wäre.
Du möchtest alles unter Kontrolle haben
Der Plan muss perfekt sein.
Der Zeitplan darf sich nicht ändern.
Jede Reise muss bis ins kleinste Detail durchgeplant sein.
Jede unerwartete Situation bringt dich aus dem Gleichgewicht, als würde die Welt plötzlich nicht mehr nach den gewohnten Regeln funktionieren.
Erholung erscheint dir wie Zeitverschwendung
Während andere Fußball schauen oder angeln gehen, denkst du darüber nach, noch eine Präsentation fertigzustellen, Dokumente erneut durchzugehen oder endlich alle Dateien auf deinem Computer zu sortieren.
Selbst wenn du auf dem Sofa liegst, bist du gedanklich noch bei der Arbeit.
Du stellst an andere dieselben überhöhten Ansprüche
Es ärgert dich, wenn Menschen langsamer arbeiten.
Oder wenn sie etwas nur halbherzig erledigen.
Du kannst ehrlich nicht verstehen, warum sie eine Aufgabe nicht genauso fehlerfrei erledigen können wie du.
Doch oft liegt das Problem nicht bei ihnen, sondern bei deinen eigenen Erwartungen.
Es fällt dir schwer, dich anderen zu öffnen
Perfektionisten haben Angst, Schwäche zu zeigen.
Sie glauben, dass schon ein einziger sichtbarer Fehler genügt, um den Respekt anderer zu verlieren.
Deshalb wissen manchmal nicht einmal die Menschen, die dir am nächsten stehen, was wirklich in dir vorgeht.
Viele halten dich für einen Besserwisser
Auch wenn du das gar nicht beabsichtigst.
Wenn du ständig andere korrigierst, immer die „richtige“ Lösung präsentierst und beweisen willst, dass du recht hast, kann das schnell überheblich wirken.
Und das kommt längst nicht bei allen gut an.
Stress ist zu deinem ständigen Begleiter geworden
Der menschliche Körper ist nicht dafür gemacht, jeden Tag dauerhaft auf Höchstleistung zu funktionieren.
Chronischer Stress raubt dir nach und nach den Schlaf, die Energie, die Konzentration und schließlich sogar deine Gesundheit.
Du stellst dich selbst immer an die letzte Stelle
Zuerst die Arbeit.
Dann die Familie.
Dann die Freunde.
Danach noch hundert weitere Aufgaben.
Und ganz am Ende der Liste stehst du.
Kein Wunder, dass deine Kraftreserven irgendwann erschöpft sind.
Fehler machen dir mehr Angst als jede Herausforderung
Du kannst tagelang über einen unglücklichen Satz in einer Besprechung oder eine E-Mail mit einem kleinen Fehler nachdenken, obwohl es außer dir wahrscheinlich niemand bemerkt hat.
Aus Angst vor Fehlern lässt du neue Chancen verstreichen
Ein Unternehmen gründen?
Den Beruf wechseln?
Etwas Neues lernen?
„Lieber später.“
Oder vielleicht niemals.
Denn wenn du gar nicht erst anfängst, musst du auch kein Risiko eingehen.
Es fällt dir schwer, Entscheidungen zu treffen
Du analysierst alle Möglichkeiten.
Dann noch einmal.
Und noch einmal.
Am Ende vergeht die Zeit, aber eine Entscheidung fällt trotzdem nicht.
Dein Selbstwert hängt von der Anerkennung anderer ab
Ein Kompliment gibt dir für den ganzen Tag Auftrieb.
Kritik kann dir die ganze Woche verderben.
Du betrachtest dich ständig durch die Augen anderer und wartest auf die Bestätigung deines eigenen Wertes.
Du vergleichst dich ständig mit anderen
Jemand hat ein besseres Auto.
Jemand verdient mehr Geld.
Jemand hat bereits sein eigenes Unternehmen gegründet.
Jemand ist einen Marathon gelaufen.
Soziale Medien gießen zusätzlich Öl ins Feuer und erzeugen die Illusion, dass alle anderen ein perfektes Leben führen.
Du kannst deine eigenen Erfolge kaum genießen
Du wurdest befördert?
„Ich hatte einfach Glück.“
Du hast ein schwieriges Projekt erfolgreich abgeschlossen?
„Ich hätte es besser machen können.“
Du hast dein Ziel erreicht?
Dann ist es Zeit, einen neuen Grund zu finden, mit dir selbst unzufrieden zu sein.
Genau so verlieren selbst die größten Erfolge ihren Wert, und das Leben wird zu einer endlosen Jagd nach einem unerreichbaren Ideal.

