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Angst vor Versagen im Bett: Warum sie stärker ist als wir und wie man sie ausschaltet

Männer fürchten sich nicht vor der Dunkelheit. Sie fürchten sich nicht vor dem Chef. Sie fürchten sich nicht vor Deadlines. Aber es gibt eine Angst, über die kaum jemand laut spricht – die Angst, im Bett zu versagen.

Männer fürchten sich nicht vor der Dunkelheit. Sie fürchten sich nicht vor dem Chef. Sie fürchten sich nicht vor Deadlines. Aber es gibt eine Angst, über die kaum jemand laut spricht – die Angst, im Bett zu versagen.

Panne. Unzureichende Erektion. Zu schnell. Zu langsam. „Was, wenn ich es nicht kann?“

Ein Sexualtherapeut erklärt: Oft liegt es nicht am Körper, sondern am Kopf. Und es hat einen schönen Namen: das Syndrom der angstvollen Erwartung sexuellen Versagens.

Was ist das eigentlich?

Es ist ein Zustand, in dem ein Mann bereits vor dem Sex beginnt, sich Sorgen zu machen:

  • „Was, wenn sie nicht steht?“
  • „Was, wenn ich zu früh komme?“
  • „Was, wenn sie enttäuscht ist?“

Am Ende schaltet das Gehirn in den Hyperkontrollmodus. Du genießt den Moment nicht – du überprüfst dich selbst:

  • Wie ist die Erektion?
  • Wie lange halte ich durch?
  • Sieht alles normal aus?

Und hier liegt das Paradoxe: Je mehr man kontrolliert, desto schlechter funktioniert es.

Warum ist es eher eine männliche Geschichte?

Studien zufolge tritt sexuelle Angst bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Und zwar in jedem Alter – mit 25 genauso wie mit 45.

Warum?
Weil männliche Sexualität in unserer Kultur als „Ergebnis“ betrachtet wird.
Du sollst:

  • immer bereit sein,
  • eine bestimmte Zeit halten,
  • sie zum Orgasmus bringen,
  • nicht versagen.

Und wenn etwas schiefgeht, schaltet sich die innere Kritik ein:
„Ich bin kein richtiger Mann.“

Hier beginnt der Teufelskreis.

Wie Angst die Erregung blockiert

Der Mechanismus ist einfach.

Erregung ist ein automatischer Prozess. Sie funktioniert, wenn du entspannt bist und dich auf die Empfindungen einlässt.

Aber Angst versetzt alles in den „Notfallmodus“.
Das Gehirn denkt: „Gefahr!“
Der Körper wechselt vom Genuss zur Kontrolle.

Du hörst auf, deine Partnerin zu fühlen.
Du trittst in die Prüfungsphase ein.

Und wie es der Zufall will, versagt der Körper.

Die größten Fallen im männlichen Kopf

  • Hyperkontrolle. Ständiges Überprüfen der Erektion.
  • Unrealistische Standards. Pornos sind Filme. Dort gibt es keine Angst, keine Alltagsprobleme und keine echten Reaktionen.
  • Katastrophisierung. Ein Fehler = „mit mir stimmt etwas nicht“.
  • Selbstprogrammierung. Je mehr Angst du hast, desto wahrscheinlicher wird es eintreten.

Wie man die Angst loswird: praktische Schritte

1. Die eigenen Überzeugungen hinterfragen

Stelle dir ehrliche Fragen:

Woher kommt die Vorstellung, perfekt sein zu müssen?
Wer hat gesagt, dass Sex ein Wettbewerb ist?
Warum glaube ich, dass ich „Ergebnisse liefern“ muss?
Die meisten Anforderungen an dich sind nicht deine. Es ist kulturelles Rauschen.

2. Den Fokus vom „Ergebnis“ auf den Prozess verlagern

Sex ist keine Prüfung.
Keine Bewertung.
Kein KPI.

Es ist Kontakt.

Wenn du statt „um jeden Preis zum Orgasmus bringen“ das Ziel setzt, „im Moment zu sein“, sinkt die Angst.

3. Perfektion zulassen

Nicht jeder Sex muss zu 100 % perfekt sein.
Nicht jedes Treffen endet im Feuerwerk.

Manchmal kann man das Format wechseln:
Penetration → Oralsex → Hände → Pause → Lachen → Fortsetzung.

Flexibilität ist Reife, keine Schwäche.

4. Mit der Partnerin sprechen

Das ist das am meisten unterschätzte Werkzeug.

Wenn ein Mann schweigt, kocht er in Scham.
Wenn er spricht, nimmt die Spannung ab.

Sehr oft nimmt die Frau einen „Fehler“ viel gelassener wahr, als du selbst.

5. Ruhe außerhalb des Schlafzimmers trainieren

Angst ist eine Fähigkeit.
Und Ruhe ist es auch.

Achtsamkeit, Atmung, Aufmerksamkeit für die Empfindungen – all dies hilft dem Gehirn, den „Bedrohungsmodus“ während der Intimität nicht zu aktivieren.

Wann sollte man einen Fachmann aufsuchen?

Wenn:

  • du beginnst, Sex zu vermeiden,
  • jede Intimität Stress verursacht,
  • das Problem sich wiederholt und verschlimmert,
  • es sich lohnt, einen Sexualtherapeuten aufzusuchen.

Manchmal reicht es, die Dinge zu ordnen.
Manchmal braucht man Therapie.
Manchmal medizinische Unterstützung.

Das ist keine Schwäche. Es ist ein reifer Ansatz.

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