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GESUNDHEIT

Das richtige Kondom finden: Größe, Material und 10 Dinge, die jeder Mann wissen sollte

Bei der Wahl eines Kondoms sollte man nicht einfach zur erstbesten Packung greifen. Größe, Material, Wandstärke, Form und Gleitmittel beeinflussen sowohl den Tragekomfort als auch das Empfinden und die Zuverlässigkeit des Schutzes. Hier erfährst du, worauf es ankommt, damit du das passende Modell findest.

Bei der Wahl eines Kondoms sollte man nicht einfach zur erstbesten Packung greifen. Größe, Material, Wandstärke, Form und Gleitmittel beeinflussen sowohl den Tragekomfort als auch das Empfinden und die Zuverlässigkeit des Schutzes. Hier erfährst du, worauf es ankommt, damit du das passende Modell findest.

Warum ist die Wahl des richtigen Kondoms so wichtig?

Kondome gehören zu den am einfachsten verfügbaren Verhütungsmitteln und helfen dabei, das Risiko sexuell übertragbarer Infektionen (STI) zu verringern. Bei korrekter Anwendung reduzieren sie außerdem das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft.

Allerdings bietet nicht jedes Modell den gleichen Komfort. Ein zu enges Kondom kann drücken und unangenehm sein, während ein zu weites leicht abrutschen kann. Die passende Größe sorgt für einen besseren Sitz und mehr Entspannung beim Sex, ohne dass man sich ständig Gedanken darüber machen muss, ob alles richtig sitzt.

1. Die Größe: das wichtigste Auswahlkriterium

Die Größe ist einer der entscheidenden Faktoren bei der Wahl eines Kondoms. Anders als häufig angenommen, kommt es dabei nicht allein auf die Penislänge an. Ausschlaggebend für die passende Breite ist vor allem der Umfang des erigierten Penis.

Auf der Verpackung findest du in der Regel die Angabe „Nominalbreite“, die in Millimetern angegeben wird. Sie bezeichnet die Breite des flach liegenden Kondoms.

  • 49–52 mm: eher schmale Modelle.
  • 52–56 mm: Standardgrößen.
  • 56–60 mm: breitere Modelle.
  • 60–64 mm: große Größen.

Um die passende Breite zu bestimmen, misst du den Umfang deines erigierten Penis mit einem flexiblen Maßband. Teile den gemessenen Wert anschließend durch zwei. So erhältst du einen ersten Richtwert für die benötigte Nominalbreite. Da die Größenangaben je nach Hersteller variieren können, solltest du zusätzlich immer die jeweilige Größentabelle beachten.

Ein zu enges Kondom kann unangenehm drücken, lässt sich möglicherweise schwer abrollen und kann das Risiko eines Reißens erhöhen. Ein zu weites Modell kann dagegen während des Geschlechtsverkehrs abrutschen oder herunterrutschen.

2. Das Material: Latex ist nicht die einzige Möglichkeit

Die meisten Kondome bestehen aus Latex – einem elastischen und dehnbaren Material, das bei richtiger Anwendung zuverlässigen Schutz bietet. Für Menschen mit einer Latexallergie oder einer entsprechenden Empfindlichkeit gibt es jedoch Alternativen.

  • Latex: elastisch, flexibel und weit verbreitet. Nicht mit ölhaltigen Gleitmitteln kompatibel.
  • Polyisopren: ein weiches synthetisches Material ohne Naturkautschuklatex, das häufig als Alternative bei Latexempfindlichkeit verwendet wird. Auch hier sollten keine ölhaltigen Gleitmittel zum Einsatz kommen.
  • Polyurethan: ein dünnes Material mit guter Wärmeleitfähigkeit. Einige Modelle sind mit ölhaltigen Gleitmitteln kompatibel, allerdings solltest du unbedingt die Herstellerangaben beachten.
  • Naturmembranen: Sie können eine Schwangerschaft verhindern, bieten jedoch keinen zuverlässigen Schutz vor STI. Wenn auch der Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen wichtig ist, sind sie daher keine geeignete Alternative.

3. Die Wandstärke: mehr Gefühl oder mehr Stabilität?

Die Dicke eines Kondoms kann das Empfinden beeinflussen. Ein dünneres Modell ist jedoch nicht automatisch weniger zuverlässig, sofern es den geltenden Qualitätsstandards entspricht und korrekt verwendet wird.

  • Standardstärke: etwa 0,065 mm.
  • Extra-dünne Modelle: etwa 0,03–0,04 mm, entwickelt für ein möglichst natürliches Empfinden.
  • Verstärkte Modelle: etwa 0,08 mm, für alle, die ein etwas dickeres Material bevorzugen.

Entscheidend ist, ein zertifiziertes Produkt in der passenden Größe zu wählen und es entsprechend der Gebrauchsanweisung zu verwenden.

4. Die Form: klassisch, anatomisch oder strukturiert

Auch die Form kann Einfluss auf den Sitz und das Empfinden haben. Hersteller bieten verschiedene Varianten an:

  • Klassisch: eine gerade, schlichte Form, die für viele Männer geeignet ist.
  • Anatomisch: so gestaltet, dass sich das Kondom besser an die Konturen des Penis anpasst.
  • Gerippt oder genoppt: eine strukturierte Oberfläche, die für zusätzliche Reize sorgen soll.
  • Konturiert: eine Form mit unterschiedlichen Breiten, die den Sitz und den Tragekomfort verbessern kann.

Die eine perfekte Form für alle gibt es nicht. Entscheidend sind die persönlichen Vorlieben und ein angenehmes Tragegefühl.

5. Das Gleitmittel: ein Detail mit großer Wirkung

Viele Kondome sind bereits mit Gleitmittel beschichtet. Allerdings gibt es unterschiedliche Arten von Gleitmitteln. Wichtig ist, dass das verwendete Produkt mit dem Material des Kondoms kompatibel ist.

  • Klassisches Gleitmittel: verringert die Reibung und kann den Komfort verbessern.
  • Duftendes oder aromatisiertes Gleitmittel: sorgt für zusätzliche Sinneseindrücke, kann bei manchen Menschen jedoch Schleimhautreizungen verursachen.
  • Gleitmittel mit Nonoxynol-9: enthält ein Spermizid, das bei wiederholter Anwendung die Schleimhäute reizen kann. Es bietet keinen zusätzlichen Schutz vor STI.
  • Wärmendes oder kühlendes Gleitmittel: erzeugt ein besonderes Gefühl, ist aber möglicherweise nicht für Menschen mit empfindlicher Haut oder Schleimhaut geeignet.

Bei Kondomen aus Latex und Polyisopren solltest du Öle, fetthaltige Cremes und Produkte auf Erdölbasis vermeiden, da sie das Material beschädigen können. Greife stattdessen zu Gleitmitteln auf Wasser- oder Silikonbasis und beachte immer die Hinweise auf der Verpackung.

6. So findest du in 4 Schritten das richtige Kondom

  • Schritt 1: Miss den Umfang deines erigierten Penis, um die passende Breite zu bestimmen.
  • Schritt 2: Wähle das Material entsprechend möglicher Allergien und deiner persönlichen Vorlieben.
  • Schritt 3: Entscheide dich für eine Wandstärke und Form, die sich für dich angenehm anfühlen.
  • Schritt 4: Prüfe, welches Gleitmittel enthalten ist und ob es mit dem gewählten Material harmoniert.

7. Zehn Regeln für die richtige Anwendung eines Kondoms

  • Setze auf zuverlässige Hersteller: Bevorzuge Marken, die geltende Qualitätsstandards erfüllen und ihre Produkteigenschaften transparent angeben.
  • Kontrolliere die Verpackung: Sie muss unbeschädigt sein und darf weder Risse noch Löcher aufweisen.
  • Achte auf das Haltbarkeitsdatum: Verwende niemals ein abgelaufenes Kondom.
  • Bewahre es richtig auf: Schütze es vor Hitze, übermäßiger Feuchtigkeit und längerer Reibung. Das Portemonnaie oder das Handschuhfach im Auto sind keine geeigneten Orte für eine langfristige Aufbewahrung.
  • Verwende ein kompatibles Gleitmittel: Achte darauf, dass es zum Material des Kondoms passt.
  • Ziehe es vor jedem sexuellen Kontakt über: Das Kondom sollte von Beginn des Genitalkontakts an verwendet werden.
  • Öffne die Verpackung vorsichtig: Benutze dafür weder eine Schere noch die Zähne oder andere scharfe Gegenstände.
  • Drücke die Reservoirspitze zusammen: Drücke vor dem Abrollen die Spitze des Kondoms zusammen, um die Luft herauszudrücken und Platz für das Ejakulat zu lassen.
  • Wechsle das Kondom: Verwende für jeden Geschlechtsverkehr ein neues Kondom – ebenso beim Wechsel der Sexualpraktik oder des Partners.
  • Verwende niemals zwei Kondome übereinander: Die Reibung zwischen den beiden Kondomen erhöht das Risiko, dass sie reißen.

8. Was bedeuten die Angaben auf der Verpackung?

Die Hinweise auf der Packung geben schnell Aufschluss über die Eigenschaften des Produkts. Hier sind einige der häufigsten Bezeichnungen:

  • Nominal Width: Nominalbreite des Kondoms in Millimetern.
  • Ultra Thin / Thin: extra dünnes oder dünnes Modell.
  • Extra Strong: verstärktes oder dickeres Modell.
  • Latex Free: enthält kein Naturkautschuklatex.
  • Lubricated: bereits mit Gleitmittel beschichtet.
  • Nonoxynol-9: das Gleitmittel enthält ein Spermizid.
  • Expiry Date: Haltbarkeitsdatum.
  • CE / EN ISO 4074 / ISO 4074: Kennzeichnungen im Zusammenhang mit Konformitätsanforderungen und den geltenden Normen für Kondome aus Naturkautschuklatex.

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