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Schmerzfreie Tattoos: Briten entwickeln eine Technologie, die die Regeln für immer verändern könnte

Noch vor kurzer Zeit wurden Tattoos mit zwei Dingen verbunden: dem Wunsch, ein wichtiges Symbol auf der Haut zu verewigen, und der Bereitschaft, Schmerzen für das gewünschte Ergebnis auszuhalten. Für manche gehörte der Schmerz untrennbar zu diesem Ritual, für andere war er der wichtigste Grund, sich niemals für das erste Tattoo zu entscheiden.

Noch vor kurzer Zeit wurden Tattoos mit zwei Dingen verbunden: dem Wunsch, ein wichtiges Symbol auf der Haut zu verewigen, und der Bereitschaft, Schmerzen für das gewünschte Ergebnis auszuhalten. Für manche gehörte der Schmerz untrennbar zu diesem Ritual, für andere war er der wichtigste Grund, sich niemals für das erste Tattoo zu entscheiden.

Doch diese Entscheidung könnte schon bald der Vergangenheit angehören. In Großbritannien wurde eine Technologie vorgestellt, die bereits als weltweit erstes System für schmerzfreies Tätowieren bezeichnet wird. Auch wenn sie klassische Tattoo-Studios wahrscheinlich nicht ersetzen wird, liefert sie der Branche einen wichtigen Anlass, über ihre Zukunft nachzudenken.

Keine Tätowiermaschine, sondern ein Pflaster

Statt der bekannten Tattoo-Maschine verwendet das neue System ein spezielles Pflaster mit Mikro-Nadeln, die Farbpigmente enthalten. Mithilfe eines kompakten Applikators wird das Pflaster fest auf die Haut gedrückt und bleibt dort etwa 10 bis 15 Minuten.

Während dieser Zeit lösen sich die winzigen Nadeln langsam auf und geben die Farbe in die oberen Hautschichten ab. Direkt nach dem Entfernen des Pflasters wirkt das Motiv zunächst sehr blass, doch innerhalb weniger Tage entwickelt sich das Pigment vollständig und das Tattoo erhält sein endgültiges Aussehen.

Besonders beeindruckend ist, dass der Mensch dabei nahezu keine Schmerzen verspürt, da der Vorgang nicht mit dem traditionellen Tätowieren vergleichbar ist, bei dem die Haut durch Hunderte Nadelstiche verletzt wird.

Eine Idee, die aus Angst entstand

Die Ironie dieser Geschichte: Entwickelt wurde diese revolutionäre Technologie von einem Menschen, der selbst Angst vor Blut und Nadeln hat.

Ferdinand Kohlé, Gründer des britischen Start-ups CipherX, arbeitete zuvor in den Bereichen Design und Pharmaindustrie. Seine eigene Angst brachte ihn dazu, sich intensiver mit der Mikro-Nadel-Technologie zu beschäftigen, die bereits in der Kosmetik eingesetzt wird, um Wirkstoffe gezielt in die Haut einzubringen.

Aus einer persönlichen Frage entstand schließlich ein umfangreiches Ingenieurprojekt, das moderne Materialien, medizinische Forschung, Design und innovative Produktionstechnologien miteinander verbindet.

Weniger Aufwand nach der Behandlung

Ein weiterer großer Vorteil dieser neuen Methode ist die deutlich einfachere Pflege nach dem Tätowieren.

Nach einem klassischen Tattoo müssen regelmäßig Verbände gewechselt, spezielle Cremes verwendet und der Heilungsprozess sorgfältig überwacht werden. Bei der neuen Technologie ist die Nachsorge wesentlich unkomplizierter.

Es reicht aus, die behandelte Hautstelle in den ersten 24 Stunden sauber zu halten und für einige Tage auf intensive Trainingseinheiten, Sauna und heiße Bäder zu verzichten. Komplizierte Pflege oder lange Erholungszeiten sind nicht notwendig.

Noch keine großflächigen Kunstwerke

Trotzdem ist es noch zu früh, um schmerzfreie Tattoo-Ärmel oder riesige Kunstwerke mit dieser Technologie zu erwarten.

Das System wurde für kleine symbolische Motive entwickelt. Kunden können derzeit aus fertigen Designs wählen – von einfachen Smileys bis hin zu ungewöhnlichen minimalistischen Illustrationen. Interessanterweise gehört bereits das Bild eines gewöhnlichen Stuhls zu den beliebtesten Motiven.

In Zukunft plant das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit professionellen Tätowierern. Dennoch soll die Technologie auch weiterhin vor allem für kompakte Designs genutzt werden und nicht für großflächige künstlerische Kompositionen.

Die Zukunft könnte noch spannender werden

Die ehrgeizigsten Möglichkeiten dieser Entwicklung gehen weit über den ästhetischen Bereich hinaus.

Ingenieure prüfen bereits die Entwicklung medizinischer Tattoos der nächsten Generation. Stellen Sie sich ein Tattoo vor, das seine Farbe abhängig von der Körpertemperatur, der UV-Strahlung oder anderen biologischen Messwerten verändert. Solche Technologien könnten eine völlig neue Möglichkeit zur Gesundheitsüberwachung bieten – ganz ohne komplexe Geräte.

Noch klingt diese Idee wie aus einem Science-Fiction-Film. Doch vor einigen Jahren erschien auch ein vollständig schmerzfreies Tattoo noch wie reine Fantasie.

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