Weihnachten wird normalerweise mit Lichtern, Geschenken, dem warmen Schein des Kamins und alten, guten Geschichten verbunden, die wir uns jedes Jahr aufs Neue ansehen. Doch was wäre, wenn diesmal jemand das Licht ausschalten, Sie mit den Geistern allein lassen und Sie daran erinnern würde, dass Weihnachtsgeschichten eigentlich ziemlich unheimlich sein können?
Genau diese Idee verfolgt «Ebenezer: A Christmas Carol» – eine neue Interpretation der berühmten Erzählung von Charles Dickens, die das bekannte Weihnachtsmärchen in eine düstere Geschichte mit Elementen des psychologischen Horrors verwandelt.
Und der wichtigste Grund, warum man diesen Film schon jetzt im Auge behalten möchte, ist Johnny Depp. Oder besser gesagt: ein Johnny Depp, den man im ersten offiziellen Trailer kaum wiedererkennt.
Vergessen Sie den freundlichen Scrooge
Wir haben bereits Dutzende verschiedene Versionen von Ebenezer Scrooge gesehen. Sie waren komisch, grotesk, berührend und sogar charmant. Doch Depps Version verspricht, völlig anders zu werden.
Im Trailer erscheint der Schauspieler mit langem grauem Haar, einem erschöpften Gesicht und einem aufwendigen Make-up, das sein Aussehen buchstäblich bis zur Unkenntlichkeit verändert. Vor uns steht nicht mehr einfach nur ein geiziger alter Mann, der Weihnachten hasst.
Dieser Scrooge sieht aus, als wäre er selbst schon lange ein Teil der Welt der Geister, Albträume und dunklen Geheimnisse geworden.
Und offenbar ist dies genau einer jener Fälle, in denen das Make-up nicht einfach nur dabei hilft, einen Charakter darzustellen, sondern eine völlig neue Kreatur erschafft.
Depp ist seit Langem für seine Fähigkeit bekannt, sich für eine Rolle vollständig zu verwandeln. Vom exzentrischen Captain Jack Sparrow bis zum unheimlichen Willy Wonka hat seine Karriere immer wieder bewiesen, dass der Schauspieler Charaktere liebt, die man mit niemand anderem verwechseln kann.
Doch diesmal wirkt die Verwandlung besonders düster.
Wenn ein Weihnachtsmärchen zum Horrorfilm wird
Dickens' Originalgeschichte ist an sich deutlich düsterer, als viele moderne Verfilmungen vermuten lassen. Sie erzählt von Geistern, Tod, Angst, Einsamkeit, Reue und erschreckenden Visionen der Zukunft.
Im Laufe der Zeit haben wir uns einfach daran gewöhnt, vor allem die weihnachtliche Seite dieser Geschichte zu sehen.
Regisseur Ti West, bekannt für seine Horrorfilme X und Pearl, hat sich für die entgegengesetzte Richtung entschieden. Er scheint all das aus der klassischen Geschichte hervorgeholt zu haben, was normalerweise im Schatten bleibt, und stellt es nun in den Mittelpunkt.
In seiner Version wirkt das viktorianische London kalt, düster und beinahe feindselig. Und die Weihnachtsgeister erscheinen nicht mehr wie bloße fantastische Figuren, die kommen, um Scrooge eine Lektion fürs Leben zu erteilen.
Sie wirken wie echte übernatürliche Wesen.
Und dem Trailer zufolge verheißt ihr Auftauchen für die Hauptfigur nichts Gutes.
Drei Geister, denen man nachts besser nicht begegnet
Eine der größten Stärken der neuen Verfilmung könnte gerade in ihrer Interpretation der berühmten Weihnachtsgeister liegen.
Sir Ian McKellen wird als Jacob Marley zu sehen sein – eine Figur, deren Erscheinen traditionell die erste Warnung für Scrooge darstellt.
Die Geister der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht werden von Robert Strange, Andrea Riseborough und Tramell Tillman verkörpert.
Und während sie in den klassischen Versionen oft wie symbolische Wegweiser erscheinen, scheint Ti West entschlossen zu sein, sie weitaus beunruhigender darzustellen.
Im Trailer spürt man eine Atmosphäre, in der die Grenze zwischen psychologischer Angst und einer echten übernatürlichen Bedrohung nahezu verschwindet. Dem Zuschauer bleibt nur die Frage: Sieht Scrooge tatsächlich Geister oder zerbricht sein Verstand langsam unter der Last seiner eigenen Vergangenheit?
Und genau diese Ungewissheit könnte zu einem der interessantesten Elemente des Films werden.
Johnny Depp kehrt ins große Kino zurück
Für Depp selbst hat diese Rolle eine besondere Bedeutung. «Ebenezer: A Christmas Carol» markiert seine bemerkenswerte Rückkehr ins große Studio-Kino, während die Zusammenarbeit mit Paramount Pictures dem Projekt Aufmerksamkeit weit über das Horror-Publikum hinaus verschaffen könnte.
Nach mehreren Jahren, in denen der Schauspieler seltener in großen Hollywood-Produktionen zu sehen war, ist sein neues Erscheinungsbild bereits zu einem der wichtigsten Gesprächsthemen rund um den Film geworden.
Und darin liegt eine gewisse Ironie.
Depp spielt einen Mann, der buchstäblich gezwungen wird, sich seiner eigenen Vergangenheit, seinen Fehlern und den Konsequenzen seines Lebens zu stellen. Die Geschichte von Scrooge war schon immer eine Geschichte über eine zweite Chance. Über die Möglichkeit, sich zu verändern, wenn es scheint, als sei es bereits zu spät.
Vielleicht wirkt diese Rolle gerade deshalb so passend für den Schauspieler.
Eine Besetzung, die die Premiere noch spannender macht
Neben Depp und McKellen versammelt der Film eine wirklich beeindruckende Besetzung.
Rupert Grint spielt Bob Cratchit, außerdem sind Andrea Riseborough, Tramell Tillman, Sam Claflin und Daisy Ridley mit dabei.
Diese Kombination von Schauspielern macht den Film schon für sich genommen zu einem der ungewöhnlichsten Weihnachtsprojekte der kommenden Jahre.
Besonders spannend wird sein, wie der Kontrast zwischen der bekannten Geschichte und der neuen Atmosphäre funktioniert. Wir wissen, wie alles enden sollte. Wir wissen, dass Scrooge eine Chance auf Erlösung bekommen wird.
Doch Ti West scheint uns dazu bringen zu wollen, das Ende zumindest für eine Weile zu vergessen.
Warum dieser Film zum großen Weihnachtshorror 2026 werden könnte
Im modernen Kino ist es längst üblich, bekannte Geschichten neu zu interpretieren. Besonders interessant wird es jedoch, wenn ein Regisseur nicht einfach eine klassische Handlung in eine neue Zeit versetzt, sondern ihren gesamten Genre-Code verändert.
«Ebenezer: A Christmas Carol» tut genau das.
Anstatt einfach die Geschichte eines geizigen alten Mannes zu erzählen, den Weihnachten lehrt, ein besserer Mensch zu werden, könnte der Film eine weitaus düsterere Frage stellen: Was, wenn die Begegnung mit der eigenen Vergangenheit die schrecklichste Prüfung ist, die einem Menschen widerfahren kann?
Denn Scrooges größte Dämonen könnten sich nicht in den dunklen Gassen Londons verstecken und auch nicht unter den Geistern.
Vielleicht leben sie in ihm selbst.
Ein Weihnachten, das man dieses Mal besser bei eingeschaltetem Licht verbringt
Der erste Trailer zu «Ebenezer: A Christmas Carol» hinterlässt genau das Gefühl, das man von einem guten Horrorfilm erwartet: den Wunsch, mehr zu sehen, und gleichzeitig das leise Gefühl, dass man vielleicht lieber nicht wissen möchte, was als Nächstes passiert.
Johnny Depp sieht unheimlich aus. Die Atmosphäre ist noch unheimlicher. Und der Name Ti West auf dem Regiestuhl erhöht die Spannung automatisch.
Wenn es den Machern tatsächlich gelingt, die Balance zwischen Dickens' Drama, einem Weihnachtsmärchen und psychologischem Horror zu halten, könnte uns eine der interessantesten Genre-Premieren des Jahres 2026 erwarten.
Vielleicht sollte man dieses Weihnachten also die gemütlichen Pullover, süßen Komödien und vorhersehbaren Happy Ends vergessen.
Denn dieses Mal könnten drei Geister zu Ihnen kommen.
Und es sieht ganz danach aus, als hätten sie überhaupt kein Interesse an einem freundlichen Gespräch.
«Ebenezer: A Christmas Carol» startet am 13. November 2026 exklusiv in den Kinos.

